
Wimbledon-Traditionen erklärt: Die einzigartigen Bräuche der Championships
Geschrieben von Aviran Zazon
Wimbledon fühlt sich anders an – und das aus gutem Grund! Hier werden Traditionen nicht versteckt, sondern sind zentral: von der All-White-Kleiderordnung, den berühmten Rasenplätzen, Erdbeeren & Sahne, der einzigartigen Warteschlange (The Queue), der Royal Box bis hin zu dezentem Branding und dem besonderen Vibe auf Henman Hill/Murray Mound. All das macht Wimbledon zu einem echten Ausnahme-Turnier.
Einige Bräuche sind formelle Regeln, andere sind Rituale der Fans, Spieler oder Esskultur. Wimbledon bleibt dabei nicht stehen: Neue Dächer, elektronische Linienentscheidungen, mobile Tickets und ein festes 14-Tage-Format zeigen, wie das Traditionsturnier mit der Zeit geht.
Centre Court und No.1 Court
Auf einen Blick: Was macht Wimbledon wirklich einzigartig?
Die berühmtesten Wimbledon-Traditionen:
- Strenge All-White-Kleiderordnung für Spieler
- Spielen auf traditionellem Rasen
- Erdbeeren & Sahne als Kult-Snack
- The Queue für Tagestickets
- Die Royal Box – königliches Ambiente
- Buckeln und Knicks vor Royals als Etikette
- Henman Hill / Murray Mound – gemeinsames Public Viewing auf dem Rasen
- Ruhiges Verhalten auf den Courts
- Zurückhaltendes Branding
- Legendäre Wimbledon-Handtücher & feierliche Siegerehrungen
Einige Dinge sind offizielle Vorschriften (z.B. Kleiderordnung), anderes sind liebgewonnene Gewohnheiten – wie Erdbeeren essen, Pimm’s trinken oder im Park zu picknicken. Alles ergibt die unverwechselbare Wimbledon-Atmosphäre.
| Wimbledon-Tradition | Was Besucher sehen | Regel oder Brauch? | Was es so besonders macht |
|---|---|---|---|
| All-White-Kleidung | Spieler treten komplett in Weiß an | Strenge Spielerregel | Verleiht Wimbledon sein ikonisches Erscheinungsbild |
| Rasenplätze | Grünes Umfeld, schnelle Ballwechsel | Sportliche Tradition | Verbindet Wimbledon mit dem Lawn-Tennis-Ursprung |
| Erdbeeren & Sahne | Sommerdessert, überall rund um das Gelände | Kulinarischer Brauch | Wiedererkennbares Besucher-Ritual |
| The Queue | Fans warten auf Tagesticket-Chance | Offiziell gemanagte Ticket-Tradition | Hält einen öffentlichen Zugang offen |
| Royal Box | Geladene Gäste auf dem Centre Court | Zeremonieller Brauch | Verleiht Glanz & Status |
| Buckeln oder Knicks | Heute selten, aber noch Teil der Etikette | Angepasste Hofetikette | Zeigt, wie Traditionen mit der Zeit weicher werden |
| Henman Hill / Murray Mound | Public Viewing auf dem Rasen | Zuschauerbrauch | Grounds-Pass-Besucher erleben große Matches gemeinsam |
| Dezentes Branding | Wenig Werbung und optische Ruhe | Tradition des Understatements | Macht Wimbledon sofort erkennbar |
| Handtücher und Souvenirs | Spieler & Fans nutzen Merchandise | Folklore & Fan-Tradition | Verlängert das Erlebnis nach Hause |
| Elektronische Linienentscheidung | Automatische Calls statt Linienrichter | Moderne Entwicklung | Tradition trifft Technik und Präzision |
Warum gilt Wimbledon als das traditionsreichste Grand Slam?
Wimbledon ist das älteste Grand-Slam-Turnier und hält am meisten an seinem traditionellen Geist fest – vom Rasen über die Kleiderordnung bis zum Club-Flair. Das sofort erkennbare Farbspiel (Grün, Weiß, Lila) und die gepflegten Anlagen sorgen für unverwechselbare Bilder, die jeder Tennisfan sofort erkennt.
Emotionen gehören dazu: Jahr für Jahr erleben Fans den Sommer auf Wimbledon-Art. Ob nächtliches Warten in The Queue, der Spaziergang von Southfields, das Picknick auf The Hill oder die prickelnde Pokalübergabe auf Centre Court – Tradition wird zum persönlichen Ritual.
Doch auch Wimbledon ändert sich. Die Abschaffung des Middle Sunday als Ruhetag ab 2022 und das neue 14-Tage-Format zeigen: Hier wird Tradition behutsam weiterentwickelt.
Die All-White-Kleidervorschrift

Das berühmteste Wimbledon-Merkmal: Die fast vollständig weiße Bekleidung der Spieler – von Trainings- bis Matchbeginn. Unabhängig vom Rang oder Sponsor prägt diese Vorschrift das Bild auf den Plätzen.
Tradition setzt auch Wandel voraus: Seit 2023 dürfen Spielerinnen dunkle Shorts unter dem Rock tragen, eine Reaktion auf die Bedürfnisse während der Menstruation. So zeigt Wimbledon, dass sich Tradition und Zeitgeist nicht ausschließen.
Für Besucher gilt: Du musst kein weißes Outfit wählen! Angemessene Kleidung ist schön, wichtiger sind aber bequeme Schuhe, Witterungsschutz und das Gefühl, ein besonderes Event zu genießen.
Erdbeeren & Sahne: Der Wimbledon-Klassiker
Ein absolute Kultspezialität! Erdbeeren & Sahne gehören wie kein anderer Snack zu Wimbledon. Egal ob Centre-Court- oder Grounds-Pass: Jeder kann mitmachen und auf den Geschmack des Sommers kommen.
Kurios: Jedes Jahr werden etwa 2,5 Millionen Erdbeeren mit 13.000 Litern Sahne angeboten, 2025 kostet die Portion $3,70. Die Früchte kommen frisch aus Kent und nehmen Symbolcharakter für das ganze Turnier ein.
Pimm’s, Picknick & Food-Kultur
Pimm’s ist kein Muss, aber ein beliebtes Ritual. Zusammen mit Erdbeeren, Picknick, Liegestühlen und Sonne sorgt es für echtes britisches Sommerfeeling.
Für Grounds-Pass-Besucher ist Wimbledon ein Mix aus Tennistag und Gartenparty: Tennis schauen, entspannen, picknicken und einfach genießen.
Zahlreiche Restaurants, Bars, Cafés und kostenlose Wasserstellen bringen Vielfalt – aber vergiss nicht, ausreichend Wasser, wetterfeste Kleidung und praktische Schuhe gehören ebenfalls zur guten Vorbereitung!
Royal Box – Das königliche Flair
Seit 1922 lädt Wimbledon illustre Gäste in die Royal Box auf dem Centre Court. Berühmte Royals, Legenden, Promis, aber auch Preisträger werden geladen und sorgen für einen Hauch von Exklusivität und Glanz.
Ob man das liebt oder kritisch sieht – die Royal Box ist Herzstück der feierlichen Wimbledon-Tradition.
Buckeln und Knicks – gibt’s das noch?
Spieler müssen heute nur noch knicksen oder sich verbeugen, wenn der Monarch oder der Prince of Wales anwesend ist. Die allgemeine Pflicht wurde 2003 abgeschafft. Trotzdem bleibt das Ritual als Teil der Turnier-Folklore erhalten und wird weiter gepflegt, ohne starr zu sein.
Wimbledon-Traditionen: Was sollte sich ändern und warum? by u/jamiedobbs__ in tennis
The Queue: Die legendäre Warteschlange

Nirgends gibt es so ein Fans-Ritual wie The Queue. Der Start: Am 28. Juni 2026 ab 14 Uhr – niemand darf vorher kommen!
Tickets für denselben Tag, gemeinsamer Nervenkitzel, oft Camping, Essen mit Freunden, endloses Warten – alles für das große Tennisfeeling. Hier trifft Romantik auf Logistik und echte Ausdauer.
Henman Hill, Murray Mound & Grounds-Kultur

Die „Wohnzimmer-Wiese“ für alle ohne Centre-Court-Ticket! Ob Public Viewing im Gras, Picknick oder spontane Laola – The Hill bleibt das emotionale Zentrum für Grounds-Pass-Gäste.
Tradition trifft Wandel: Nach 2026 wird The Hill für Wimbledons 150. Jubiläum modernisiert und noch zugänglicher gemacht.
Rasenplätze & englisches Garten-Feeling
Nirgendwo sonst Grand Slam auf Rasen! Rasen sorgt für Geschwindigkeit, Balance, besondere Geräusche und Wimbledon-Flair – gepflegte Blumen, viel Grün und kompromissloser Platzservice inklusive.
Zurückhaltendes Branding
Weniger Werbetrubel, kein bunter Kommerz: Wimbledon setzt auf Eleganz und optische Ruhe. Natürlich gibt es Partner und Aktionen, aber das Hauptaugenmerk bleibt auf dem Spiel.
Handtuch, Pokal & Rituale
Das Wimbledon-Handtuch ist Kult – auf dem Platz, in der TV-Kamera und als Souvenir zum Mitnehmen. Gerade für Fans, die von weit her anreisen, ein Must-Have. Die Pokale und feierlichen Siegerehrungen machen die Finals legendär und emotional zum Höhepunkt. Auch der Weg zum Platz und die Routinen der Spieler sorgen für magische Momente.
Tradition & Innovation
Vom Centre-Court-Dach (seit 2009) bis zum 14-Tage-Format, von digitalem Ticket (App + Ausweis) bis zum elektronischen Linienruf (seit 2025) & Video-Review (ab 2026 auf 6 Courts) – Wimbledon schafft den Spagat zwischen bewahrender Geschichte, Fairness und Komfort perfekt.
Welche Traditionen erlebst du als Besucher am meisten?
- Grounds-Pass: The Queue, Spaziergang ab Southfields, Erdbeeren, The Hill, Shops, entspannte Garten-Atmosphäre
- Centre-Court-Ticket: Royal Box, Dach, Pokalwand, feierliche Stille, Hightech trifft Tradition
- No.1 Court: Show-Court-Feeling mit Dach, hochkarätige Matches
- Familien & Erstbesucher: Praktisches zählt: Wo setzt man sich, Wasserstellen, Sitzplätze, Spazierwege, Feeling fernab der großen Shows
- Debenture & Hospitality: VIP-Komfort trifft auf gelebte Tradition
Wimbledon-Traditionen erklärt | Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Wimbledon-Traditionen?
All-White-Kleiderordnung, Rasenplätze, Erdbeeren & Sahne, The Queue, Royal Box, Buckeln & Knicks, Henman Hill, ruhiges Verhalten, dezentes Branding, berühmte Handtücher, Siegerehrungen & Gartenfeststimmung auf dem gesamten Gelände.
Warum tragen Spieler bei Wimbledon Weiß?
Wimbledon schreibt weiß als Turnierlook aus Tradition vor: Ein Relikt aus der Club-Etikette, heute absolutes Stil-Statement.
Warum sind Erdbeeren & Sahne Symbol für Wimbledon?
Sie stehen für Sommer, Einfachheit & britisches Flair – für alle erschwinglich und jeden sichtbar.
Buckeln oder knicksen Spieler heute noch?
Nur bei Anwesenheit des Monarchen oder des Prince of Wales. Sonst nicht mehr Pflicht.
Was ist The Queue?
Wimbledons legendärer, offiziell organisierter Tagesticket-Run. Fans warten für den echten Erlebnisfaktor und Groundspasses – ein absolutes Kult-Ritual.
Warum wird bei Wimbledon auf Rasen gespielt?
Die Championships sind tief in der Lawn-Tennis-Historie verwurzelt. Rasen prägt Spielgefühl, Tempo, Stimmung und Optik unverwechselbar.
Warum gibt es so wenig Werbung auf den Courts?
Wimbledon setzt auf dezente Präsentation und gibt dem Tennis die große Bühne – für einen sofort wiedererkennbaren Signature-Look.
Was wurde bei Wimbledon zuletzt modernisiert?
Neue Dächer auf Centre & No.1 Court, 14-Tage-Format, elektronische Linienentscheidungen (ab 2025), digitale Tickets (App), Video-Review (ab 2026).
Wie läuft der Ticket-Weiterverkauf vor Ort?
Vor Ort gibt es den offiziellen Weiterverkaufs-Stand. Ab 15 Uhr werden zurückgegebene Show-Court-Tickets verkauft. 2025 kosten Tickets $20 (Centre), $13 (No.1/No.2), Erlös geht an die Wimbledon Foundation.
Muss ich als Besucher einen Dresscode einhalten?
Es gibt keinen offiziellen Dresscode für Zuschauer. Weiß ist keine Pflicht, nur die Spieler sind gebunden. Für VIP-Hospitality können eigene Regeln gelten – ansonsten zählen Komfort und Wetterschutz.
Warum Traditionen Wimbledon einzigartig machen
Mit jedem Schritt über das Gelände spürst du, wie Wimbledon-Traditionen alles durchdringen: Kleider, Rasen, Essen, Warteschlange, gemeinsame Spannung, Royal Box, The Hill, Handtücher, Pokalzeremonien und die Stimmung in SW London machen The Championships aus.
Auch wenn Wimbledon sich verändert hat – Middle Sunday, neue Dächer, digitale Tickets, Technologie – bleibt das Gefühl: Hier ist Tradition keine Deko, sondern das Herzstück des Events.
Für dein Erlebnis zählt der richtige Ticketweg: Ob Grounds-Pass und The Hill oder Show-Court-Seat samt VIP-Lounge – du bist live Teil echter Tennisgeschichte.
Aktuell sind Tausende Wimbledon-Tickets verfügbar!