Als Wiederverkaufsaggregator können Preise über Nennwert liegen.
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Haben Liverpool-Fans ein Vorbild für günstige Premier League Tickets geschaffen?

Geschrieben von Alex Bird

  • Das $12 Ticket für lokale Liverpool-Anwohner besteht seit zehn Jahren und ist heute inflationsbereinigt fast 30% günstiger als 2016.
  • Manchester Citys neues $14 Local Resident Ticket kommt im Zuge einer Tribünenerweiterung um 7.000 Sitze – das erinnert stark an Liverpools Vorgehen vor zehn Jahren.
  • Leeds, Aston Villa und Nottingham Forest verfügen bei ihren Stadionausbauten ebenfalls über ideale Voraussetzungen für ähnliche Ticketinitiativen.

Im Sommer 2026 macht ein Top-Club der Premier League einen Schritt, der bei vielen Fans fast untergeht:

Manchester City testet das Local Resident Ticket, exklusiv für Fans aus fünf Stadtteilen im Osten von Manchester – für Erwachsene kostet das Matchticket nur $14.[1]

Ein kostenloses Cityzens-Konto genügt, keine kostenpflichtige Mitgliedschaft nötig: Berechtigte Fans bewerben sich bei jeder Partie für eines von 100 bis 500 Heimtickets per Losverfahren.[1]

Liverpool-Fans kennen das Prinzip: Seit 2016/17 bietet der Klub ein eigenes, bewährtes Local General Ballot an, mit limitierten $12 Anfield Tickets nur für Postleitzahlen aus Liverpool.[2]

Beide Initiativen entstanden parallel zu Stadionerweiterungen: Liverpools Main Stand (2016) und Citys North Stand (Pep Guardiola Stand, 2026).[6][11]

Auch Everton zog 2025 mit einer preisgünstigen Ticketaktion im neuen Hill Dickinson Stadium nach.[19]

Zufall – oder ist Liverpools lokales Low-Price-Modell zur Vorlage für die Liga geworden?

Wir vergleichen Entstehung, Stärken und Wirkung von Liverpools und Man Citys Modell – und zeigen, welche Clubs am meisten Potenzial für günstige lokale Tickets mitbringen.

Wie funktioniert das $12 Local General Ballot von Liverpool?

Das System feiert sein 10-jähriges Jubiläum: Über eine Verlosung werden pro Saison rund 10.000 $12 Tickets für Fans aus Liverpool verlost – etwa 500 pro Spiel.[2][8]

Eine Mitgliedschaft ist nicht nötig, es gibt parallel ein Local Members Ballot. Beide Ziehungen finden in den Tagen vor dem nächsten Heimspiel statt.[2]

Entstanden ist das Konzept mit der Main Stand-Erweiterung, in einer Zeit stetig steigender Premier League Tickets – ein echter Schritt für lokale Fans, keine PR-Aktion.[2][6]

Zahlen & Fakten zum $12 Local Ticket

Der Preis wurde nie erhöht: Heute ist das Liverpool $12 Ticket real rund 30% günstiger als 2016.[3]

Liverpool Local Ticket Price in Real Terms, 2016 to 2026

Was, wenn Liverpool die Preise jährlich erhöht hätte?

Selbst mit +2% pro Jahr wäre der Preis 2026/27 bei knapp $15 gelandet, und mit der Inflation schon bei fast $18.[3]

Liverpool $12 Ticket: Hypothetical Annual Price Increases

Wie Liverpool-Fans bezahlbare Tickets zum Thema machten

Vor Start des Local General Sale brodelte es unter Liverpools Anhängern: Die Debatte um Ticketpreise führte auch zum bis heute gültigen $41-Auswärtsticketpreislimit in der Premier League.[4]

„Twenty’s Plenty“ und der Protest gegen hohe Ticketpreise

Die Liverpool-Initiative startete parallel mit dem Liga-weiten Auswärtspreiscap, der 2013 Fahrt aufnahm.

Beim City-Auswärtsspiel im Emirates (Januar 2013) gingen 900 Tickets (ein Drittel des Kontingents) zurück – Arsenal verlangte damals $84 für Gästefans.[4]

Kurz darauf machten auch Liverpool-Fans und Spirit of Shankly durch Aktionen gegen hohe Preise mobil.[4]

In dieser Phase formierte sich „Twenty's Plenty“, eine starke Faninitiative.[4]

LFCs Dialog mit Fanvertretungen

Im November 2014 organisierten Spirit of Shankly und Spion Kop 1906 den bekannten „No Flags“-Protest auf der Kop gegen die Preispolitik.[5]

Im Anschluss gründete sich die Ticket Working Group. Die wichtigsten Forderungen:

  • Mehr Plätze für Einheimische
  • Mehr Zugang für Jugendliche
  • Generell erschwinglichere Preise

Im Februar 2016 verkündet LFC ein neues Ticketkonzept, erstmals mit $12 Local Ticket – zu Beginn aber nur bei drei „Kategorie C“-Spielen, insgesamt 1.581 Plätze.[6][7]

Parallel schlugen General Admission Preise bis zu $104 vor – nach massiver Fan-Empörung und Walkout in Minute 77 gegen Sunderland folgte der bekannte Preisrückzieher.[8]

Anfields Ausbau ermöglichte erstmals Kapazität für günstige Tickets

Durch 8.500 zusätzliche Sitze im Main Stand wurden Maßnahmen wie das $12 Local Ticket erstmals praktisch.

Nach jahrelangen Protesten und direkten Gesprächen setzte sich das Thema „Erschwinglichkeit“ langfristig durch – das $12 Ticket wurde zum festen Bestandteil der Saison und erhöht nun konstant die lokale Fanbindung.[7][8]

Zehn Jahre später: CITYS Local Resident Ticket

Man City bietet ab sofort:

  • 100 bis 500 Tickets pro Heimspiel
  • $14 Erwachsene
  • $9,50 Ermäßigte
  • $7 U18
  • Zuteilung per Los
  • Kein Kauf einer Mitgliedschaft nötig

Folgende Stadtteile profitieren:[1]

  • Ancoats & Beswick
  • Ardwick
  • Clayton & Openshaw
  • Gorton & Abbey Hey
  • Miles Platting & Newton Heath

Woher kam die zweite Modellvariante?

Feingefühl für Erschwinglichkeit auch bei City

Auch City verknüpfte Tribünenerweiterungen mit günstigen Tickets. Ein Beispiel: die Einführung der $405 Seasoncards nach Ausbau der South Stand Mitte der 2010er Jahre.[9]

Wachsende Fan-Kritik an Ticketpreisen ab 2025

Auch im Umfeld des letzten Umbaus mehrten sich die Forderungen nach Ticketpreis-Freeze und besseren Zugangschancen.

Im April 2025 protestieren Fans neun Minuten lang im Heimspiel gegen Leicester. Die Clubleitung reagiert noch im selben Monat mit eingefrorenen Preisen.[10]

Mehr Kapazität = mehr günstige Sitzplätze

Mit dem neuen North Stand kamen 7.000 zusätzliche GA-Sitze und über 4.000 weitere Flexi-Dauerkarten (davon 50% für Junior Cityzens).[11]

Parallel setzt Man City seit 2003 auf kontinuierlichen Austausch mit lokalen Anwohnern im Umfeld des Etihad, und der Wunsch nach Zugang zu Man City Match Tickets wurde wiederholt in Fanforen artikuliert.[1]

Der Unterschied zu Liverpool

Bei Liverpool stand unabhängiger Fanprotest im Vordergrund, bei City war es der strukturierte Dialog mit lokalen Gruppen. Das Ergebnis – günstige Tickets dank Stadionerweiterung und Fanbeteiligung – bleibt ähnlich.

Everton: $24,78 Tickets zur Stadioneröffnung

Mit dem Umzug ins Hill Dickinson Stadium brachte Everton 2025 günstige Tickets ab $24,78 (bzw. $12-$15 für U11), allerdings nicht für lokale Wohnorte, sondern über ein Mitgliederballot.[19]

Wer könnte als nächstes folgen?

Beide Modelle wurden durch Stadionausbau möglich – Kapazitäten schaffen Chancen für günstige Tickets, ohne bestehende Kontingente zu kürzen.

Aktuell planen viele Premier-League-Clubs Erweiterungen mit zusätzlichen Sitzplätzen. Aber bleiben diese Sitze erschwinglich – oder dienen sie wie bei Fulham primär Hospitality und Premium-Angeboten?

Vor allem Vereine mit lebendigen lokalen Communities bieten Potenzial für „local schemes“ à la Liverpool und City. Wer eignet sich besonders?

Diese Expansions-Clubs haben das meiste Potenzial:

Fünf Check-Punkte:

  1. Zuwachs: Wie viele Plätze entstehen?
  2. GA-Angebot: Vorteil für „normale“ Fans oder nur Hospitality?
  3. Fanpower: Stark organisierte Fangruppen?
  4. Club-Reaktion auf Proteste?
  5. Direkte lokale Community möglich?

Potenzial lokal rabattierter Tickets (Tabelle):

ClubKapazitätszuwachsGA-QuoteFanpowerClub-AntwortLokaler BedarfEignung
Leeds UnitedHochHochHochMittel/HochHochHOCH
Aston VillaMittel/HochHochMittel/HochMittelHochHOCH
Nottingham ForestHoch*Unklar/MittelHochZuletzt hochMittel/HochHOCH*
Crystal PalaceHochHochMittelMittelHochMITTEL
BournemouthHochHochNiedrig/MittelMittelMittelMITTEL

*Forest: Ausbau noch in Planung, daher Einschätzung mit Vorbehalt.[16]

Leeds United: Top-Potenzial

Elland Road wächst von 37.645 auf ca. 53.000 Plätze. Die Nachfrage ist riesig, das Fan-Kollektiv organisiert, und die Lage spricht für günstige Tickets für Einheimische.[14]

Aston Villa: Ebenfalls sehr geeignet

Mit der North Stand-Erweiterung kommen 5.500 neue Sitze und erhöhte GA-Kontingente. Die Fan-Initiative reagiert bereits auf hohe Preise, und die Lage in einem weniger wohlhabenden Viertel macht einen lokalen Sonderpreis sinnvoll.[15]

Nottingham Forest: Gute Chancen

Ein Fan-Trust bringt Ergebnisse, das Stadion wächst schrittweise, und 80% lehnen Preiserhöhungen ab. Auch hier wäre ein lokales Modell denkbar.[16]

Crystal Palace: Mittelmäßiges Potenzial

Mit dem Ausbau von Selhurst Park wächst die Kapazität auf über 34.000, die Community im Süden Londons ist lebendig, aber große Ticket-Kampagnen fehlen noch.[17]

AFC Bournemouth: Mittelmaß

Die Stadion-Erweiterung von 11.286 auf über 20.200 Plätze verspricht viele neue Tickets – aber wenig gezielte Initiativen für Erschwinglichkeit.[18]

Hat Liverpool eine Blaupause geschaffen?

Unsere Einschätzung: Ja! Liverpool hat mit dem $12 Local Ballot und gezielter Einbindung lokaler Gruppen Maßstäbe gesetzt und Wege für andere Clubs eröffnet.[6][8]

Auch wenn jeder Verein anders tickt, zeigen City, Everton und bald weitere Clubs: Stadionausbauten schaffen Kapazität für mehrere Tausend günstige lokale Tickets pro Saison – wenn der Wille da ist.

Höchste Zeit für neue Premier League Tickets zum Community-Preis! Wie wäre es, wenn Leeds, Villa, Forest, Palace oder Bournemouth jeweils nur 1% Kapazität für lokale Fans reservieren?

Quellen und Methodik:

Alle Zahlen stammen aus offiziellen Clubangaben, Planungsunterlagen sowie von unabhängigen Fanorganisationen.

Die Bewertung der Klub-Eignung basiert auf Kapazitätsausbau, GA-Zusagen, Fan-Engagement, Clubreaktionen & lokaler Struktur – alle Infos Stand August 2026.

[1] Manchester City: Local Resident Ticket Scheme und Fan-Konsultation.
[2] Liverpool FC: Infos und Ankündigungen zur Local General Ballot.
[3] ONS/UK-Inflationsberechnung.
[4] The Guardian: Ticketpreis-Proteste und „Twenty's Plenty“.
[5] Spirit of Shankly: Fanaktionen seit 2014.
[6] LFC: Main Stand Ausbau, Ticketstruktur.
[7] SoS: Fanreaktionen auf Vorschläge 2016.
[8] Guardian/LFC: Berichte zu Walkout 2016, Preisstopp.
[9] Man City: Saisonkarten beim Stadionausbau.
[10] FSA/BBC: Fanproteste/Ticketpreisbremse bei City.
[11] Man City: North Stand Kapazität und Flexi-Tickets.
[12] City Matters/MCFC: Internationale/Local Fan-Strategie.
[13] Fulham: Premiumsitz-Konzepte.
[14] Leeds United: Ausbau und Preise.
[15] Aston Villa: Erweiterung und Faninitiativen.
[16] Nottingham Forest: Baupläne & Fanaktionen.
[17] Crystal Palace: Expansion, Fan Advisory Board.
[18] AFC Bournemouth: Stadionausbau.
[19] Everton: Günstige Tickets zur Stadioneröffnung.

Alex Bird
Geschrieben von Alex Bird

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